Sonntag, 01. Dezember 2019

Durch die Nacht in Richtung Transsilvanien.

Nach dem Verlassen Deutschlands führte uns unser Weg mit einem Tankstopp in Loosdorf bei Wien, an Wien vorbei und durch die ungarische Puzsta an die ungarisch/rumänische Grenze.

Die erste richtige, kurze Pause erlebten wir beim Sonnenaufgang in der rumänischen Steppe in Siebenbürgen. Dort begrüßten uns die Karpaten bereits aus der Ferne.

Da die Autobahnen in Rumänien wahrscheinlich auch von den Kollegen des BER gebaut werden, durften wir einige Dutzend Kilometer rumänische “Staatsstraßen” kennen lernen. Dabei ist aufgefallen, wie groß die sozialen Scheren in diesem, eigentlich sehr armen Land sind.
Neben ärmlichsten Bauernkaten stehen bereits schöne Häuschen, wie wir sie nur von zu Hause kennen. Bevor es wieder auf die wirklich perfekt ausgebaute und teilweise beleuchtete Autobahn ging, stand ein größerer Boxenstopp in Diemrich an. Hier fanden wir ein wirklich tolles Einkaufszentrum vor, welches sich vor keinem deutschen Center verstecken braucht. Es gibt hier wirklich ALLES. Die Läden, Cafes und Restaurants, sowie die sanitären Anlagen sind Oberklasse. Auf den Parkplätzen sieht es (fast) so aus, wie bei einem Supermarkt in Deutschland. Bei jedem Imbiss und bei jedem Geschäft ist Kartenzahlung Standard.


Nur die sechs großen Trucks unseres Konvois, durften den Parkplatz nicht benutzen und mussten sich “Auswärtsquartiere” suchen.
Von hier bis Brasov waren meine ersten Fahrkilometer angesagt. Auf einen solch modern Truck wie den aktuellen ACTROS 1845 war ich als alter W50-Fahrer überhaupt nicht vorbereitet. So durfte ich erstmal einige der vielen Schalter und Knöpfchen kennen lernen. Die meisten davon sind für mich heute noch ein großes Geheimnis. Mein Fahrlehrer “Bugi” half mir großartig die wichtigsten zu benutzen und den Truck einigermaßen auf Spur zu halten. So ein 19-Meter 40-Tonner fährt sich zwar dank moderner Technik komfortabel, aber trotzdem recht “gewöhnungsbedürftig”.

Durch die Karpaten

In Brasov wurden wir bereits in einem tollen Restaurant zum Abendessen erwartet.

Bei transsilvanischer Musikfolklore und leckerem Essen konnten wir so richtig durchschnaufen und Leib und und Seele volltanken.
Da es von hier an wieder durch die Nacht und zusätzlich über die Karpaten ging, übernahm Bugi doch wieder das Steuer. Ich war dafür nicht undankbar, da dies doch keine leichte Aufgabe war. Der Oituz-Pass war bei Nacht und Schnee nicht unbedingt für Amateurfahrer als Einstiegsübung gedacht.
Gegen Morgen traf unser Konvoi dann an der EU-Außengrenze ein.
Da alle notwendigen Dokumente bereits von den fleißigen Elfen in Deutschland an die Zollkontrolle in Leuseni übermittelt wurden, sollte einem reibungslosen Grenzübertritt eigentlich nichts mehr im Wege stehen.

Allerdings hatten wir nicht damit gerechnet, dass die Zöllner die Dokumente auf speziellem Papier mit Wasserzeichen gedruckt werden müssen. Und für solch spezielle Fälle wie etwas größere Hilfskonvois war dort wohl keiner gewappnet. Wenigstens die beiden Busse konnten doch nach einer gefühlten Ewigkeit in Richtung Hauptstadt abreisen.
Für die LKWs wurde es nicht ganz so einfach, da nur noch “Spezialpapier” für fünf Fahrzeuge vorrätig war. Nach laaangem Palaver durften wenigstens diese 5 Trucks den Zollbereich verlassen. Für den sechsten wurden dann irgendwann von irgendwo einige leere Blätter aufgetrieben, so dass auch dieser endlich im Laufe des Vormittages ins Land einfahren durfte. Beamte und Behörden sind wohl doch auf der ganzen Welt gleich (siehe Passierschein A38).

Angekommen in Chişinău

In Chişinău wurden wir in dem wirklich tollem Bernardazzi Grand Hotel freundlichst empfangen und konnten wenigstens einige Stunden in den luxuriösen Suiten erholen.
Dir “diensthabenden” Trucker hatten leider weniger Glück und konnten den Komfort nur sehr, sehr kurz in Anspruch nehmen, bevor uns die Konvoi Leitung zur letzten großen Besprechung bei einem tollen Frühstück zusammenrief.


(PS.: Die kommenden Nächte waren mit diesem Hotel nicht wirklich vergleichbar)

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